Bewegungsdrang 2.0


Mit dem zwar zaghaft aber doch unermüdlich einschleichenden Sommer mit intermittierenden Schönwetter-Abschnitten, die einen solchen auch vermuten lassen, keimt bei vielen auch wieder die Lust an der Bewegung an der frischen Luft auf.

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Soweit so gut; nun schlägt es aber 2013 und der geneigte Freizeit-Sportler zeigt sich vernetzt und gewillt sich anhand von Zahlen und Grafiken mit seinen Leistungen auseinander zu setzen. Diese Entwicklung nennt sich „quantified self“ und meint, dass Aktivitäten mittels Apps oder anderen Gadgets aufgezeichnet werden (sogenanntes „self-tracking“) und dem Benutzer so die Möglichkeit gibt Informationen über seine Gesundheit, Fitnesszustand, Kalorienaufnahme oder anderes (Un-)Nützliche zu erfahren und diese sodann bei Bedarf auch gezielt zu verbessern. Mehr dazu auf Wikipedia

Zur exemplarischen Illustration hier kurz einen Abriss über die Fitness-App „Runkeeper“, welche für iPhone und Android erhältlich ist. Es existieren natürlich zahlreiche ähnliche Apps mit gleicher Funktionalität.

Vor einem beliebigen Training – möglichst mit Absolvierung einer Strecke – wählt man aus einer Liste mit diversen Sportarten (z. B. Laufen, Radfahren, Skaten, Skilanglauf) eine passende aus und verstaut das Smartphone wieder. Während man nun durch seine Lieblingsmusik zu Höchstleistungen angespornt wird, verrät einem im beliebigen Intervall eine Stimme im Ohr wie gut man dahin unterwegs ist. Hat man sein Training beendet, gibts neben der mittels GPS erfassten, zurückgelegten Strecke auch Daten zu Distanz, Durchschnittsgeschwindigkeit und verbrannten Kalorien. Natürlich dürfen auch jegliche Sharing-Optionen nicht fehlen, wobei dies für mich eher eine untergeordnete Rolle spielt und ich meine Daten lieber für mich sammle 🙂

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„Runkeeper“ ist kostenlos in beiden App-Stores erhältlich mit einer Bewertung von 4.5/5 (63k Nutzer)

Für all diejenigen, welchen dieses Tracking von einzelnen Sessions zu wenig weit geht, haben findige Tüftler (und die Industrie dahinter..) die passende Antwort gefunden. Nach über zwei Monaten intensivem, sprichwörtlichem Tag-und-Nacht-Testen, möchte ich mich hier zum Armband „UP“ von jawbone äussern, welches genau dieses Self-tracking über ein diskretes Gummiband am Handgelenk Tag und Nacht betreibt. Abgeglichen werden die gesammelten Daten – wie sollte es anders sein – mit dem Smartphone, wozu es jeweils in die Kopfhörerbuchse angeschlossen und mit der dazugehörigen App synchronisiert und grafisch hübsch aufbereitet dargestellt wird.

Trackingarmband „UP“ von jawbone

Tag
Tagsüber werden unaufhörlich die getätigten Schritte registriert. Dies funktioniert eigentlich ganz gut und korreliert bei mir bei nachträglicher Auswertung sehr gut mit der tatsächlichen Aktivität, wobei eine längere Zeit am Computer gnadenlos in einer Nullinie resultiert. Zur Aufzeichnung einer Aktivität, lässt sich das Armband über zweimaliges Drücken am einen Ende, welches übrigens das einzige Bedienelement darstellt, in einen Stopuhrmodus versetzen, womit nachträglich in der App der aufgezeichneten Aktivität eine Sportart zugeordnet werden kann. Anhand derer sowie der aufgezeichneten Bewegung wird dann hier ebenfalls Strecke und Kalorienburn errechnet.

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Nacht

Bevor man ins Bett geht, switcht man sein Armband durch einmaliges Drücken in den Nachtmodus, wobei das Armband nun die Schlafphasen anhand der Bewegungen im Bett aufzeichnet. Nun würde wohl die nackte Info über das Durchlaufen der Phasen wohl auch hartgesottene Fans des „Quantified-Self“ wohl nicht wirklich entzücken; die eigentliche Funktion besteht im Weckmodus, welcher den Träger innerhalb eines Zeitfensters (z.B. 20 Minuten vor der Weck-Deadline) beim Durchlaufen einer Phase von nur leichtem Schlaf, sanft in den Morgen vibriert.

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Fazit

Zusammenfassend sind all diese Datenerhebungen aktuell mehr als Spielerei denn als Notwendigkeit zu betrachten, stehen die Bemühungen das tägliche Leben zu quantifizieren doch noch in den Kinderschuhen. Und wie so oft lässt sich natürlich auch bei dieser Entwicklung über Sinn und Unsinn diskutieren. Meine eigene Erfahrung zeigt jedoch, dass meine Motivation zur Bewegung – und sei es nur die Treppe statt dem Lift zu nehmen – stärker gekitzelt wird, wenn die erreichte Schrittzahl am Abend als Faktum den „bewegten“ Tag – ob gewollt oder ungewollt – nochmals unterstreicht 😉

47.416 views //  Verfasst am 30. Juni 2013 in Gadget


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